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Ich bin noch da...

Weihnachten ist vorbei, die Weihnachtskekse gegessen und sämtlich guten Vorsätze von Neujahr sind mittlerweile auch über den Haufen geworfen. Immerhin bedeutet das, dass es wieder etwas Neues zu erzählen gibt.

Der Winter hat uns hier in England immer noch mehr oder weniger voll im Griff. Wobei, aus schweizer Sicht ist es eher die beste Komödie, die man je gesehen hat. Man schaue sich nur einmal das Chaos an, dass das bisschen Schnee nach Neujahr hier angerichtet hat. Flughäfen wurden ebenso geschlossen wie unzählige Schulen. Mein Flug wurde abgesagt und ich konnte erst zwei Tage später fliegen. An sich nicht wirklich ein Problem, wenn da nicht ein Essay gewesen wäre, der sehnsüchtig darauf wartete, geschrieben zu werden. Zugegeben, zu diesem Zeitpunkt habe ich mich schwarz geärgert. Im Nachhinein ist es alles aber sehr amüsant. 

Nachdem ich so konzentriert und aufmerksam wie noch nie zuvor die Nachrichten und den Wetterbericht verfolgte, erwartete ich bei meiner Ankunft eigentlich ungefähr einen halben Meter Schnee. Immerhin, wenn sogar die Schulen geschlossen werden und Busse und Züge stecken bleiben, müssen ja fast apokalyptische Zustände herrschen. Es stellte sich heraus, dass in England apokalyptische Zustände gleich etwa 10 cm Schnee sind. Der Traum von der idyllischen Zugfahrt von London nach Birmingham durch zugeschneite, weisse Landschaften zerplatze wie eine Seifenblase. Stattdessen wurde es eine Zugfahrt durch weisslich angehauchte Landschaften - wobei,halt, gefahren sind wir eigentlich nicht gerade viel. Wenn alles gut läuft dauert die Zugfahrt etwa zwei Stunden (mit dem Super-Duper-Saver-Ticket), allerdings wirklich nur wenn alles gut läuft. Und das ist es an diesem Tag nicht. An einer Haltestelle etwa 25 Minuten vor Birmingham hielt der Zug plötzlich ungewöhnlich lange - Signalfehler. Schön, alle machten sich darauf gefasst, etwa 15 Minuten Verspätung zu haben. Aus 15 Minuten wurden dann 30 Minuten und schliesslich sogar eine Absage der Weiterfahrt. Keiner dachte sich etwas Böses dabei, sondern man wartete halt einfach auf den nächsten Zug nach Birmingham. Der kam dann auch nach nur fünf Minuten warten - toll! Da ich wegen gut 20 Minuten Fahrt mit meinem riesigen Koffer nicht durch den halben Zug fallen wollte, nur um einen Sitzplatz zu finden, blieb ich halt stehen. Grosser Fehler. Durch den Signalfehler stauten sich die Züge vor Birmingham New Street Station. Es kam soweit, dass wir ungefähr eineinhalb Stunden in Sichtweite des Bahnhofs standen - ohne weitere Informationen, ausser, dass durch das ganze Signalhickhack keine Gleise mehr frei wären im Bahnhof. Tja, aus der zweistündigen Bahnfahrt wurde so halt eine Reise von sechseinhalb Stunden.

Aber zurück zum Schnee. Den habe ich auch noch gefunden - auf den Bürgersteigen. Die werden hier nämlich weder gesalzen, gesplittet, noch gepflügt. Deshalb kann man hier auch Schlittschulaufen ohne Schlittschuhe. Regnet es dann noch in diesen ganzen festgetrettenen Schnee hinein, holt man einmal Anlauf und muss dann bis zu seinem Ziel keinen Schritt mehr tun. Durch Herumfragen habe ich dann auch herausgefunden, dass die Schulen deshalb geschlossen wurden, weil hier weder die Busse noch die Autos Winterreifen haben. Da gestaltet sich die Fahrt dann schon mal zum Eiskunstlaufen.

Aus diesem Grund wurde das tägliche Nachrichtenschauen immer zur besten Unterhaltung. Für etwa ein, zwei Wochen wurden für Birmingham jeden Abend 'Heavy Snow' Warnungen (2-5 cm. Nein, dass habe ich nicht erfunden, dass wurde so gemeldet!) herausgegeben. Meistens haben wir jedoch vergeblich auf den Schnee gewartet. Übrigens, das neue Unwort des Jahres ist 'Big Freeze' - ca. -5 C°. Aber natürlich, wenn Wintermantel, Schal und Handschuhe eher als exotische Kleidungsstücke angesehen werden, sind solche Temperaturen schon sehr kalt.

Aber genug vom Wetter. Ich gehöre ja mittlerweile zur arbeitenden Bevölkerungsgruppe, da ich mein Praktikum begonnen habe. Vier Tage in der Woche sitze ich im Büro von Endboard Productions und versuche, zusammen mit einer anderen Praktikantin, nicht zu zeigen, dass eine funktionierende Heizung ein definitives Plus wäre.

Wir sind dafür zuständig, neue Programmideen auzudenken und diese, nach dem OK unserer zwei Chefs, zu recherchieren. Wir sind somit also mitten im wirklichen Geschehen der Fernseh- und Filmwelt. Und ich kann sagen, es gefällt mir und ich kann mir bis jetzt gut vorstellen, in dieser Branche zu arbeiten. Allerdings hoffe ich, dass ich später einmal (wenn ich dann gross bin ) einen einigermassen funktionierenden Computer haben werde. Mit einem so langsamen Internet ist Recherche ziemlich schwer, noch mehr, wenn man nicht mehr als ein Fenster öffnen kann, weil sonst der Computer abstürzt. Ich weiss nicht, wie man die Schnelligkeit vom Internet normalerweise misst, bei diesem Computer misst man sie in Tee. Ein Beispiel: Eine Tasse Tee machen und trinken ist gleich eine Website laden. Komme ich auf die Idee, Word zu öffnen, fängt der Spass erst richtig an. Das Ding ist so langsam, dass ich mit Hammer und Meissel schneller wäre.

Zusammenfassend kann man vom Zustand meines Arbeitscomputers sagen, dass ich mittlerweile das Wiederaufstarten zu meinen täglichen Pflichten zähle.

Aber wie es mal jemand so schön gesagt hat: wenigstens hast du einen Computer! Wir werden ja sehen, was sich daraus noch ergibt.

14.2.10 22:50
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Pius (16.2.10 18:46)
Hoi Miriam
hesch du Ziit während de Fasi im Blog z`schribe?
Ech hoffe s goht der guet trotz fasnachtloser Ziit.
l.G.Pius

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